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Homöopathie für die ganze Familie



Homöopathie für die ganze Familie

Im Rahmen der Karlsruher Gesundheitswochen vom 17.bis 30. Mai zum Thema „Homöopathie für die ganze Familie“ findet die Auftaktveranstaltung am 17. Mai um 18.30 Uhr im Stephansaal, Ständehausstraße 4 mit einem Vortrag von Herrn Dr. med. Markus Wiesenauer statt. Schirmherr dieser kostenlosen Veranstaltung ist Bürgermeister Klaus Stapf. Es werden für jedermann verständlich die  Grundprinzipien der Homöopathie erläutert und Anwendungsmöglichkeiten homöopathischer Arzneimittel auch für die Selbstbehandlung aufgezeigt.

Immer mehr Menschen entdecken die Homöopathie: Für sich selbst und ihre Familie. Richtig angewendet lassen sich damit viele Alltagsbeschwerden und leichtere Erkrankungen im Rahmen der Selbstmedikation behandeln, oft auch als sinnvolle Ergänzung zur konventionellen Therapie, um beispielsweise unerwünschte Wirkungen chemisch-synthetischer Arzneimittel zu verringern.


Was aber ist Homöopathie ?
Der Leipziger Arzt und Wissenschaftler Samuel Hahnemann hat die Homöopathie im Jahre 1796 in die medizinische Therapie eingeführt und der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Grundprinzipien von damals haben auch heute nichts von Ihrer Aktualität eingebüßt.

So funktioniert die Homöopathie:
Die Homöopathie ist eine ganzheitliche Methode, das bedeutet, homöopathische Mittel setzen im ganzen Menschen, sprich im Körper, im Geist und in der Seele einen Reiz. Auf diesen gezielt gesetzten Reiz erfolgt im Organismus eine entsprechende Antwort.  Die Homöopathie wird deshalb auch als Reiz- und Regulationstherapie bezeichnet.  War das Mittel richtig gewählt, verspüren Sie schon bald eine positive Wirkung: es geht Ihnen spürbar besser, die Beschwerden lassen nach.
Wenn Sie sich in Ihrem Bekanntenkreis umhören, werden Sie erstaunt sein, wie viele Ihrer Freunde und Bekannten die Homöopathie bereits mit Erfolg angewendet haben. Dabei spielt es keine Rolle, ob man an die Wirksamkeit der homöopathischen Behandlung glaubt. Die erfolgreiche homöopathische Therapie von Säuglingen, Kleinkindern und Tieren spricht eindeutig für die Wirksamkeit dieser Behandlungsmethode, da diese sich eigentlich keine Heilung durch eine „Placebowirkung“ einbilden können.

Die Ähnlichkeitsregel :
„Similia similibus curentur“- „Ähnliches möge mit Ähnlichem geheilt werden“ lautet das Grundprinzip der Homöopathie. Dies bedeutet, dass eine Substanz die beim Gesunden bestimmte Symptome und Reaktionen hervorruft, bei einem Kranken  Beschwerden mit den gleichen Symptomen heilt, indem eine Gegenreaktion provoziert wird.
Bei einem Gesunden ruft zum Beispiel die Küchenzwiebel (Allium cepa) einen Fließ-schnupfen hervor. In der Homöopathie wird daher gegen Fließschnupfen die Küchenzwiebel eingesetzt, allerdings nicht pur, sondern stark verdünnt und verschüttelt (potenziert).

Um Substanzen  in der Homöopathie zu nutzen zu können, müssen sie zunächst am gesunden Menschen geprüft und deren Reaktion erforscht werden. Aus dieser Prüfung am Gesunden ergibt sich ein unverwechselbares Bild, das charakteristisch für dieses Arzneimittel ist. Die Reaktion am Gesunden muss dann mit dem zu behandelnden  Krankheitsbild  weitgehend übereinstimmen.
Denken Sie an das Beispiel Zwiebel. Nur wenn Ihr Schnupfen ähnlich zu einem von einer Zwiebel verursachtem Schnupfen ist, ist die Zwiebel (Allium cepa) für Sie das richtige Mittel zur wirksamen Bekämpfung. Infolgedessen gibt es in der Homöopathie nicht „das“ Schlafmittel für jeden oder „das“ Kopfschmerzmittel für jeden, sondern eben nur das individuelle Schlaf-, Kopfschmerz- oder Schnupfenmittel für den einzelnen Menschen.


Verdünnung und Potenzierung
Die Ausgangstoffe für homöopathische Arzneimittel stammen überwiegend aus der Natur, aus Pflanzen, Tieren und Mineralien. Hahnemann entdeckte, dass durch eine von ihm entwickelte Methode des Verdünnens und Verschüttelns bzw. Verreibens (Potenzierung) die Konzentration des Ausgangsmaterials zwar abnimmt (und so giftige Ausgangsmaterialien gefahrlos werden), andererseits aber die Wirksamkeit der Zubereitung bei der Anwendung nach der Ähnlichkeitsregel verstärkt wird.
Je nach dem Verhältnis der verwendeten Teile Arzneistoff und Trägerstoff spricht man von C (1:100) oder D (1:10) Potenzen. Die Potenzierung wird stufenweise bis zur benötigten Potenz durchgeführt. Bei einer D6 z.B. wird dieser Vorgang sechsmal durchgeführt.
Bei der Auswahl des richtigen Homöopathischen Arzneimittels kommt es weniger auf die gewählte Potenz an, sondern in erster Linie auf die Auswahl des richtigen Mittels. Für die Selbstmedikation eignen sich vor allem die Potenzen D6 und D12.
Anwendung homöopathischer Arzneimittel
Bei der Wahl des richtigen homöopathischen Arzneimittels tritt nach wenigen Tagen, bzw. bei akuten Symptomen nach wenigen Stunden eine deutliche  Besserung ein. Sie sollten das Mittel nur so lange einnehmen, solange die Symptome anhalten. Tabletten und Globuli  sollten gelutscht und Tropfen möglichst lange im Mund behalten werden, um die bestmögliche Wirkung zu erreichen.
Bewährte Arzneimittel für die Selbstbehandlung :
Bei Prellungen, Blutergüssen, kleineren Verletzungen durch Sport oder im Alltag- wenn der körperliche Schaden überschaubar ist, behandeln wir uns gerne selbst. Ebenso bei leichteren rheumatischen Beschwerden, bei Muskelkrämpfen oder Verspannungen.
Bei Prellungen, Blutergüssen, Verstauchungen, Muskelkater und kleineren Unfällen möglichst sofort zu Arnica D6/D12 greifen, was hat sich bei vielen Sportlern und Müttern herumgesprochen hat. Arnica (Bergwohlverleih) empfiehlt sich auch nach Zahnextraktionen oder Operationen zur schnelleren Wundheilung. Die Einnahme sollte 3-4 x täglich erfolgen.
Kreuzschmerzen nach langem Stehen oder schwerem Heben, Hexenschuss oder Ischiasschmerzen, das Gefühl „lahm und steif“ zu sein- das alles weist auf Rhus toxicodendron D12 (Giftsumach) hin. Vor allem auch dann, wenn die Schmerzen bei Bewegung zunächst stärker werden, bei anhaltender Bewegung aber nachlassen
(z. B.: Morgensteifigkeit). Als Dosierung wird 3-4x täglich eine Dosis empfohlen.
Bei Krämpfen kennen Sie die Einnahme von Magnesium. Auch das homöopathische Mittel Magnesium phosphoricum D6/ D12 wird auch bei Krämpfen eingesetzt, insbesondere bei starken, krampfartigen Periodenschmerzen und bei Muskelkrämpfen. Die Dosierung lautet: anfangs bis stündlich 1 Gabe, danach Reduzierung auf 3-4 x täglich 1 Gabe.
Auch Magen-Darm- Beschwerden leichterer Art möchten viele gerne selbst behandeln. Homöopathische Alternativen gibt es auch hier einige.
Krampfartige Bauchschmerzen, Sodbrennen, Brechreiz und Blähungen aufgrund der Unverträglichkeit von Speisen, Alkohol, Kaffee und Medikamenten lassen sich sehr gut mit Nux vomica D6/D12 (Brechnuss) behandeln. Nux Vomica ist auch das „Katermittel“ in der Homöopathie. Als Dosierung empfiehlt sich eine 1-2x tägliche Einnahme.
Der Albtraum vieler Eltern: Das Kind verträgt das Autofahren nicht, ihm wird übel und muss erbrechen. Unbedingt ausprobieren: Cocculus D6 ( Kokkelskörner) 3-4x täglich ab 3 Tage vor der geplanten Reise.
Auch das kommt bei Kindern häufiger vor: Sie essen, zum Beispiel bei einer Geburtstagsparty, zu viel durcheinander. Alles schmeckt gut und hinterher ist der Katzenjammer groß. Bauchschmerzen und Brechdurchfall setzen ein. Ein Fall für Pulsatilla D6 (Küchenschelle) 3-4x täglich.
Ein bewährtes Mittel für die Reiseapotheke! Klima- und Ernährungsumstellung können im Urlaub Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Der Tipp: Okoubaka D3/D6. Die Dosierung: bei akuten Beschwerden anfangs bis zu stündlich eine Dosis, dann auf 3-4x täglich reduzieren. Zur Vorbeugung reicht eine Gabe täglich ab 3 Tage vor Reiseantritt aus. Okoubaka ist auch sehr gut geeignet, um die Verträglichkeit einer Antibiotikatherapie zu verbessern.
Ein weiteres Anwendungsgebiet für homöopathische Arzneimittel ist der Lippenherpes. Je nach Auslöser der Herpeserkrankung empfehlen sich folgende Mittel. Natrium chloratum D6/D12 ist das Mittel für Herpes, der nach intensiver Sonnenbestrahlung oder Aufenthalt am Meer auftritt. Rhus toxicodendron D12 dagegen ist, wie bereits bei Rheuma erwähnt, auch bei Herpes aufgrund eines fieberhaften Infektes das Mittel der Wahl. Die Einnahme der Mittel sollte jeweils 3xtäglich erfolgen, zur Vorbeugung reicht 1x täglich.
Allgemein lässt sich noch folgendes zur Einnahme sagen. Die Einzeldosis beträgt für Erwachsene 5 Globuli, 5 Tropfen oder 1 Tablette. Für Kinder empfehlen sich 3 Globuli als Einzeldosis. Für Säuglinge reicht oft sogar 1 Globuli als Einzeldosis aus. Egal welche Darreichungsform man wählt, das homöopathische Mittel sollte sich im Mund auflösen.

Dies war nur ein kleiner Überblick über einige bewährte homöopathische Arzneimittel zur Selbstbehandlung.
Für alle weiteren Fragen zur Homöopathie stehen Ihnen Ihre Mitgliedsapotheken der GRUPPE KARLSRUHER APOTHEKER e.V. gerne zur Verfügung und helfen Ihnen bei der Auswahl des für Sie geeigneten Präparates. Achten Sie auf unser LOGO und fragen Sie uns - wir beraten Sie gerne!

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