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Diese Tropenkrankheiten werden auch in unseren Breiten häufiger

Unter Tropenkrankheiten versteht man, wie der Name schon sagt, normalerweise Krankheiten, die typisch für tropische Gebiete sind. Einige der bekanntesten Tropenkrankheiten sind Cholera, Malaria und Gelbfieber. Wer aus unseren Breiten in ein Gebiet reist, in dem eine oder mehrere Tropenkrankheiten verbreitet sind, sollte sich unbedingt vor der Reise impfen lassen. Genaue Auskunft darüber, welche Impfungen für welches Reiseziel notwendig sind, kann der Hausarzt geben.

Steckt man sich auf einer Reise mit einer Tropenkrankheit an, besteht zusätzlich zur eigenen Erkrankung auch noch das Risiko, weitere Personen damit zu infizieren. Es ist jedoch nicht nur der Mensch, der Tropenkrankheiten in untypische Gebiete bringen kann, auch Tiere können sich anstecken und die Erreger weiter verbreiten. Durch solche Einschleppungen von Tropenkrankheiten kommt es auch immer wieder in Gegenden zu Ansteckungen, in denen die Krankheiten im Grunde nicht verbreitet sind.

Dennoch sind Tropenkrankheiten in Europa bisher ein eher seltenes Phänomen und treten nicht als Epidemien auf, wie es in tropischen Ländern tatsächlich der Fall ist.

In den letzten Jahren kam es aber zu einer Ausbreitung von Stechmückenarten wie beispielsweise der Gelbfiebermücke oder auch der Asiatischen Tigermücke in Europa. Solche Stechmücken sind häufig die Hauptüberträger der Erreger, die für Tropenkrankheiten verantwortlich sind. So ist die Gelbfiebermücke ein Hauptüberträger für Gelbfieber, sie überträgt aber auch das Zika-Fieber und Chikungunyafieber. Die Asiatische Tigermücke zählt ebenfalls zu den Überträgern für Chikungunyafieber, den Zika-Virus und Gelbfieber, außerdem überträgt sie das Dengue-Fieber. Seit einigen Jahren ist die Asiatische Tigermücke auch an einigen Orten in Deutschland ansässig; in Italien und Frankreich kam es bereits zu ersten Fällen von Chikungunyafieber bei Personen, die nicht in ein Verbreitungsgebiet der Krankheit gereist waren. Ebenfalls in Frankreich sind auch Fälle von Dengue-Fieber aufgetreten, die man auf die Asiatische Tigermücke zurückführt.

Die Symptome für Dengue-Fieber ähneln denen einer Grippe, die Diagnose ist schwierig, da die Anzeichen nicht eindeutig sind. Beispielsweise zählen hohes Fieber und Schüttelfrost dazu. Nur die wenigsten Fälle von Dengue-Fieber nehmen tatsächlich einen schweren Verlauf, in der großen Mehrheit ist das Dengue-Fieber nach einigen Tagen oder spätestens einer Woche von selbst wieder verschwunden. Eine Heilmethode gibt es jedoch nicht, es können lediglich die Symptome behandelt werden, beispielsweise durch Schmerzmittel oder fiebersenkende Mittel.

Auch das Chikungunyafieber heilt in den meisten Fällen von selbst. Bei dieser Tropenkrankheit sind schwere Verläufe ebenfalls selten. Zu den Symptomen zählen unter anderem Kopfschmerzen oder auch Magen-Darm-Beschwerden, vor allem aber sehr hohes Fieber und sehr starke Gliederschmerzen. Ein Medikament zur Behandlung existiert auch für dieses Fieber noch nicht.

Wenn sich nach einem Mückenstich also Symptome wie Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen einstellen, sollte man zur Sicherheit einen Arzt aufsuchen, um die Ursache abzuklären. Symptome können auch erst längere Zeit nach einem Stich auftreten, die Inkubationszeit von Dengue-Fieber kann beispielsweise bis zu zwei Wochen betragen.

Breiten sich die Überträgermücken auch bei uns aus, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Fällen von Tropenkrankheiten kommt. Über den Grund für die Ausbreitung dieser Stechmückenarten herrscht aktuell keine einhellige Meinung. Eine Ursache vermutet man im Temperaturanstieg durch die Klimaveränderung, möglich sei aber auch, dass die Mückenarten über LKWs und Co. und deren Transportwege in andere Länder gebracht werden.

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