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Nicht zu unterschätzen: Windpocken und Gürtelrose

Da Windpocken meistens im Kindesalter auftreten, werden sie zu den sogenannten Kinderkrankheiten gezählt. Solche Krankheiten sind in den meisten Fällen aber alles andere als harmlos, das gilt auch für die Windpocken. Diese sind hochansteckend und können sowohl durch den direkten Kontakt mit der Flüssigkeit in den Hautbläschen des typisch roten Ausschlags übertragen werden als auch durch die Luft. Sie sind auch nicht erst bei Ausbruch der Krankheit ansteckend, sondern schon bereits etwa zwei Tage vorher.

Das typische Anzeichen für Windpocken ist ein roter, stark juckender Hautausschlag. Dazu können Kopf-, Gliederschmerzen und Fieber kommen. Bei Kindern sind die Windpocken in wenigen Tagen bis maximal zwei Wochen wieder überstanden, Komplikationen treten vor allem in zwei Altersbereichen auf: Entweder bei den Allerkleinsten, also dann, wenn Kinder von unter einem Jahr erkranken, oder später bei Jugendlichen ab 16 Jahren und Erwachsenen. Diese Komplikationen sind durchaus gefährlich, so können Windpocken beispielsweise Lungen- oder Hirnhautentzündungen auslösen. Bei Erwachsenen treten zusätzliche Magen-Darm-Beschwerden oder auch Leberentzündungen wesentlich häufiger als bei Kindern auf. Die Krankheit dauert deutlich länger, der typische Ausschlag kann über einen Zeitraum von mehreren Wochen anhalten.

Sind die Windpocken überstanden, sind die meisten Menschen ihr Leben lang immun, nur selten kommt es zu einem zweiten Ausbruch. Die Viren ist man aber dennoch nicht ganz losgeworden, sondern sie bleiben im Körper und ziehen sich lediglich zurück. Bei Personen, die als Kind einmal Windpocken hatten, kann es daher vorkommen, dass diese Viren im Erwachsenenalter wieder aktiv werden. Das kann zum Beispiel dann geschehen, wenn das Immunsystem des Betroffenen geschwächt ist. Dadurch kann es zu einer Gürtelrose kommen: Dabei handelt es sich um einen Hautausschlag mit Blasen, der streifenförmig auftritt, meist eine Seite des Körpers betrifft und schmerzt. Der Erreger der Gürtelrose ist derselbe wie bei den Windpocken, der Varizella-Zoster-Virus. Damit es zu einer Gürtelrose kommt, muss immer eine Erstinfektion mit diesem Virus vorliegen. Das bedeutet, dass der Virus schon vor längerer Zeit auf den Betroffenen übertragen wurde und nun wieder aktiv ist. Nicht möglich ist dagegen, dass es nach einer Ansteckung mit dem Virus direkt zu einer Gürtelrose kommt.

Umgekehrt kann ein an Gürtelrose erkrankter Patient auch niemanden direkt mit Gürtelrose anstecken, aber dafür mit Windpocken. Wichtig ist deshalb, dass Personen, die noch nicht an Windpocken erkrankt sind, nicht in Kontakt mit jemandem kommen, der von Gürtelrose betroffen ist.

Ganz besonders gilt das für Schwangere. Windpocken in der Schwangerschaft sind einerseits selten, da die meisten Frauen bis zum Zeitpunkt einer Schwangerschaft bereits die Windpocken hinter sich gebracht haben und deswegen nicht erneut erkranken. Andererseits sind Windpocken in der Schwangerschaft, besonders zwischen der achten und der 20. Woche, sehr gefährlich. Dass tatsächlich eine Übertragung von der Mutter auf das Kind stattfindet und das Virus bei dem Ungeborenen wiederum Schädigungen hervorruft, ist selten. Kommt es aber dennoch dazu, können die Folgen unter anderem Fehlbildungen am Skelett, Schädigungen des Nervensystems, Erkrankungen der Augen oder im schlimmsten Fall sogar eine Fehlgeburt sein.

Um einer Ansteckung mit Windpocken vorzubeugen, existiert seit 2004 auch eine Impfung. Geimpft werden können kleine Kinder, aber auch und unter bestimmten Bedingungen, Erwachsene.

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